Erfahrungsbericht von Hannah

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Lange hatte ich mich auf meinen Freiwilligendienst in Brasilien vorbereitet und mir ausgemalt, wie es wohl sein würde, dort zu leben. Und dann ging es endlich los, für fünf Monate nach Parelheiros, São Paulo. Während der ersten paar Wochen musste ich mich ein wenig an dieses laute, bunte und andere Land gewöhnen. Obwohl alles so anders war, als ich es aus Europa gewöhnt war, lebte ich mich schnell ein, denn die KollegInnen von ProBrasil und allgemein die Brasilianer nahmen mich so herzlich und liebenswürdig auf, dass ich schon nach wenig Zeit viele meiner Freunde und Freundinnen kennen lernte, zu denen ich heute noch Kontakt habe. Für Heimweh bleibt in Brasilien sowieso kaum Zeit, da es so viel zu tun gibt, man zu allem mitgenommen wird und es so viel Neues kennen zu lernen gibt. Wenn man sich nicht ausdrücklich zum Alleinsein entscheidet, ist man fast immer mit Menschen umgeben, was mir nach anfänglichem Eingewöhnen unglaublich gut tat.

Meine Tätigkeiten bei ProBrasil waren vielfältig. Zu Anfang lernte ich einen Großteil der Einrichtungen der Associação kennen und half zunächst in einem der CCAs. Als Freiwillige betreute ich die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit anderen ErzieherInnen und half beim manchmal stressigen Alltag, wo ich konnte.  

Gemeinsam Plätzchen backen

 

Als ich die Kids etwas kannte, begann ich mit Englischunterricht und startete andere Aktivitäten, wie Plätzchen backen zu Weihnachten oder einer Präsentation über Deutschland und meine Heimat. Nach einiger Zeit konnte ich zwei Tage pro Woche im SASF mitarbeiten, wo ich die Besuche der Mitarbeiter bei den Familien in den verschiedensten Vierteln Parelheiros begleitete und bei berufsbildenden Aktionen mithalf. Da das Interesse an Englischunterricht auch unter den Mitarbeitern bestand, begann ich außerdem mit einem Englischkurs für ProBrasil-Mitarbeiter, der einmal wöchentlich nach der Arbeit im Telecentro stattfand.

 

Zusammen Gitarre spielen

 

Die Arbeit bei ProBrasil hat mir vor allem deshalb so viel Spaß gemacht, weil sie abwechslungsreich war. Im SASF lernte ich die Stadtviertel und vor allem ihre BewohnerInnen auf eine sehr persönliche Weise kennen und erfuhr viel über die verschiedenen Schwierigkeiten, mit denen sie tagtäglich konfrontiert sind. Diese Arbeit war sehr lehrreich, konnte einem aber auch manchmal ziemlich nahe gehen. Und die Arbeit im CCA machte einfach Spaß, da die Kinder zwar manchmal anstrengend, aber immer gut gelaunt und zu Späßen aufgelegt waren.

 

 

Ich konnte mir meinen Freiwilligendienst also so gestalten, wie es am besten zu mir passte und alle KollegInnen begegneten mir sehr wertschätzend. Ich fühlte mich schnell als Mitarbeiterin auf Augenhöhe akzeptiert und konnte eigene Ideen super einbringen und umsetzen.

Generell war mein Freiwilligendienst sehr gut geplant und organisiert. Ich hatte jederzeit sowohl in Brasilien als auch in Deutschland zuverlässige Ansprechpartner, die sich nach mir erkundigten. Gerade die Vorbereitung in Deutschland war für mich wichtig und wertvoll, da ich Brasilien vorher noch gar nicht kannte. Aber auch in Brasilien kümmerte sich unter anderem meine brasilianische Löwenmama Rose, mit der ich auch im CCA zusammenarbeitete, rührend um mich. In Parelheiros habe ich nun eine etwas größere zweite Familie, die ich schon jetzt am liebsten wieder besuchen würde!

Alles in allem war meine Zeit in Brasilien erfüllt von Begegnungen mit tollen Menschen und unzähligen Erfahrungen und Momenten, die mich oft glücklich zurückließen und noch öfter zum Nach- und Andersdenken anregten. Vielen Dank an ProBrasil für diese besondere Zeit und Erfahrung!

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